08.11.2024
Mit Wertschätzung und Offenheit:
Das Seelsorgeteam des St. Elisabeth Lahnstein hat vielfältige Aufgaben
Christine Kreutz und Matthias Schmidt begleiten als hauptamtliche Seelsorger Patientinnen, Angehörige und Mitarbeitende im St. Elisabeth Lahnstein. Ein kurzes Interview über die vielfältigen Aufgaben.


Christine
Kreutz und Matthias Schmidt begleiten als hauptamtliche Seelsorger
Patientinnen, Angehörige und Mitarbeitende im St. Elisabeth
Lahnstein. Christine Kreutz blickt auf 20 Jahre Erfahrung als
Pastoralreferentin im Bistum Limburg zurück, davon ist sie seit 10 Jahren als
Klinikseelsorgerin tätig. Matthias Schmidt ist seit 2 Jahren Klinikseelsorger
und seit 30 Jahren Pfarrer der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Seit
der Übernahme durch die BBT-Gruppe sind die beiden zu gleichen Teilen für die
seelsorgliche Begleitung der psychiatrischen Patientinnen und Patienten auf den
Stationen und in der Tagesklinik des St. Elisabeth zuständig. Im Interview
erzählen sie uns von ihren Aufgaben in der Klinikseelsorge und wie man sich gut
gegen den Herbst-Blues wappnen kann.
Was ist die Aufgabe eines
Seelsorgers/einer Seelsorgerin in einer psychiatrischen Fachklinik?
Wir sind
ansprechbar sowohl für die Patienten als auch für die Mitarbeitenden der Klinik
– unabhängig von Konfessions- und Religionszugehörigkeit. Allen Lebensthemen,
die im Gespräch geäußert werden, begegnen wir mit Wertschätzung und Offenheit.
Häufig begegnen wir dabei dem Thema Trauer und Abschied, aber auch
Selbstwertthemen und der Frage: „Wie geht es in meinem Leben weiter?“.
In welcher Weise kann die Seelsorge
zur Stabilisierung, Unterstützung und Genesung bei psychischen Krisen
beitragen?
Es tut den
Patientinnen oft gut, dass sich jemand Zeit nimmt, ihre Geschichte zu hören und
ihre Fragen, ihr Zweifeln, ihre Gefühle mit auszuhalten. Uns ist es auch
aufgrund unseres Glaubens wichtig, Menschen so anzunehmen, wie sie sind, mit
all ihren Gefühlen und ihren Verletzlichkeiten. Selbstverständlich haben
Menschen in der Psychiatrie auch religiöse und spirituelle Fragen. Gerne bieten
wir dann Gebet und Segen an. Gespräche mit uns werden als entlastend und
wohltuend wahrgenommen und bewertet: „Danke, dass Sie sich Zeit genommen haben“
oder „Das hat mir gutgetan“ sind häufige Reaktionen.
Der Beginn der kalten Jahreszeit
stellt für viele Menschen eine enorme seelische Belastung dar, insbesondere in
Zeiten wie diesen. Was würden Sie als Seelsorger*in den Menschen raten, um mit
dem „Herbst-Blues“ besser umgehen zu können?
Um
dem Herbst-Blues zu begegnen, ist es wichtig, gut mit sich selbst umzugehen und
auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. Das kann bedeuten, das Lebenstempo
bewusst zu verlangsamen, regelmäßig an die frische Luft zu gehen – auch bei
schlechtem Wetter – oder es sich zuhause gemütlich zu machen. Auch kleine,
bewusst gestaltete Momente und neue Aktivitäten – wie ein neues Hobby oder
Koch-Treffen mit Freunden und Freundinnen – bringen Freude und Struktur in den
Alltag. Letztlich gilt für jede Jahreszeit: Sorgsam mit sich selbst umzugehen
ist der Schlüssel für ein besseres Wohlbefinden.


